Liebesstrahl Gottes

Frühlingsputz

Am Anfang des Jahres packte es mich mit Wucht. Der Wunsch endlich alte Sachen loszuwerden. Endlich auszumisten. Endlich Struktur in meine Schubladen und Schränke zu bringen und einen Überblick zu schaffen. Es war nicht mein erstes Ausmisten, doch diesmal wollte ich eine langwährende Veränderung bewirken. Also machte ich mich dran. Insgesamt verbrachte ich damit ca. drei Tage. Kein Witz. Drei Tage mit Frust und Freude. Und dann sah ich das Ergebnis. Es war befreiend. Belebend.

Meine Erkenntnis? Ich hatte viel zu viel angesammelt. Jahr um Jahr hatte ich immer mehr in meine Schränke gestopft, daran glaubend dass ich es ja mal brauchen könnte oder dass es zu Schade zum weggeben oder wegschmeißen sei. Sich davon zu befreien fühlte sich besser an als daran festzuhalten und wegzugeben brachte viel Freude und absolut gar keinen Schmerz. 

Endlich musste ich nicht mehr nach dem einen Pullover suchen, wenn ich es eilig hatte. Ich musste mich auch nicht mehr über Löcher in Strumpfhosen ärgern, weil alle kaputten entsorgt waren. Und wenn ich meine Schubladen öffnete, empfand ich kein Gefühl von Chaos, sondern Ordnung. Es fühlte sich an als hätte ich mein Leben neu geordnet. Hach, fühlte sich das gut an.

Nun liegt es an mir diese Ordnung einzuhalten. Unter keinen Umständen wieder in alte Muster zurückzufallen. Keine Gemütlichkeit der Welt ist es wert diesen Ballast wieder auf sich zu nehmen. Davon bin ich fest überzeugt. Ich weiß das es nicht einfach ist. Vor allem weil Unordnung so unbemerkt kommt. Oft verursache ich sie ganz unbewusst. Doch sobald ich Unordnung erkenne, schlägt es Alarm – dann erinnere ich mich an das Gefühl der Freiheit und Leichtigkeit. Dann arbeite ich an mir selber und finde meinen Weg zurück. Zurück zu dem Anspruch, den ich an mich selbst stelle. Zurück zu dem Wissen, dass ich es besser kann.

Genauso wichtig wie das ausmisten im Haus ist auch das ausmisten der Seele. Wenn nicht noch viel wichtiger. Geistlich, emotional und mental im reinen zu sein sollte für uns Christen von höchster Priorität sein. Das ist auch wozu uns Gott immer wieder aufruft. Es gibt viele Bibelstellen die uns daran erinnern.

Lukas 6,34: Hütet euch aber dass eure Herzen nicht beschwert werden mit fressen und saufen und mit täglichen Sorgen…

Roemer 12,2: Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.

Philliper 4,8: Weiter, liebe Brüder, was wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was keusch, was lieblich, was wohllautet, ist etwa eine Tugend, ist etwa ein Lob, dem denket nach!

Als Bürger dieser Weltzeit kommt es schnell vor, dass wir uns auf das konzentrieren was absolut vergänglich ist und uns nicht weiterbringt. Seien es Sorgen, Unzufriedenheit, Frust oder Stress – dieser Ballast frisst nicht nur unsere Zeit, unser Geld und unsere Produktivität. Es lenkt uns auch vom Himmlischen ab. Von dem was uns Erfüllung, Freude und Liebe bringt. Wenn wir also bemerken dass uns das fehlt, heißt es für uns: Aufräumen. Ausmisten. Frei werden. Vielleicht sind es alte Gewohnheiten, die wir einfach nicht lassen können. Vielleicht sind es Menschen, die unsere Energie rauben. Vielleicht sind es Ängste, die uns lähmen. Es gibt so viele Dinge, die uns zumüllen können. Die unseren Blick trüben. Die uns zur Erde drücken. Ganz unbemerkt kommen sie in unser Leben. Bis wir merken, dass wir viel zu viel auf uns nehmen. Uns verstopfen mit Sachen, die wir nicht brauchen. Uns beschweren mit negativen Gefühlen und Gedanken, anstatt sie loszulassen.  

Gott sagt uns wir sollen uns frei machen davon. Von allem was unser geistliches, mentales und emotionales Leben nicht fördert. Desto freier wird davon sind, desto mehr Kraft haben wir für Gottes wirken in unserem Leben. Gelähmte können nicht so schnell laufen wie Gesunde. Verletzte Vögel fliegen nicht so hoch wie geheilte.

Unsere Pflicht als Christen ist es unsere Seele zu befreien. Von dem Schmutz der an uns hängen bleibt. Von dem Ballast, den wir oft unbewusst mitschleppen. Gott will uns dabei helfen. Sein Wort reinigt unser Herz und Sinn. Und wir dürfen ihm im Gebet alles abgeben, was uns beschwert. Und wenn wir es abgegeben haben, dann dürfen wir es auch nicht mehr zurückholen. Wir sind berufen zum fliegen, zum blühen, zum kämpfen. Wir sind berufen in Kraft und Freude zu Leben. Frei und leicht, ohne Ballast. Weil Jesus dafür gestorben ist. Weil er nur durch Menschen wirken kann, die offen und frei für seine Kraft sind. Desto leerer unser Gefüß ist, desto mehr kann er es füllen. Desto mehr Platz er in uns einnimmt, desto herrlicher wird unser Leben.

Hebräer 9,14: Um wie viel mehr wird dann das Blut Christi, der sich selbst als Opfer ohne Fehl durch den ewigen Geist Gott dargebracht hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott!

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