Liebesstrahl Gottes

Jahreszeiten

Es wurde Herbst. Ein langer Sommer ging zu Ende. Die grünen Blätter wurden in goldene Farbtöpfe getunkt und plötzlich sah die Welt ganz anders aus. Es ging so schnell, ich hatte es kaum bemerkt. Ich konnte den Boden auf dem ich lief kaum noch sehen. Überall lagen braune Blätter, die Ihre Kraft verloren hatten zu blühen. Diese Blätter waren müde und wollten aufgehoben werden, doch stattdessen trat man sie mit Füßen.

Und irgendwie hatte ich Mitgefühl mit diesen Blättern. Wir hatten so viele Gemeinsamkeiten, fiel mir auf. Im Sommer des Lebens, so unbesiegbar stark, glaubte man gar nicht dass der Herbst einen so schnell ereilen würde. Und doch befand ich mich mittendrin. Mein Herz müde, suchend nach Händen, die mich auffangen. Und auf die Erde fallend, wusste ich doch, dass der starke Ast mich nicht hatte fallen lassen. Nein, ich hatte losgelassen. Ich hatte nicht mehr an seine Kraft geglaubt. Ich sah mich an, es war nicht nur die Kraft, die fehlte, mein Leben hatte an Farbe verloren. Statt dem hoffnungsvollen grün, sah ich nur das bedrückende Braun. Wo war meine Lebensfreude?

Vor mir lag nun der Winter. Ich wusste dass es eine schwierige Zeit werden würde. Eisige Winde und die durchdringende Kälte würden mich viel Kraft kosten. Doch ich wollte wieder blühen. Und das war der Preis dafür. Ich glaubte an den Frühling und dieser Glaube besiegte alle Ängste.

Manchmal frage ich mich warum Gott den Herbst zulässt in meinem Leben. Vor allem weil danach wieder der kalte Winter hereinbricht. Es fühlt sich an als würden Gottes Liebesstrahle mich nicht mehr erreichen, der Himmel scheint zugezogen. Mein Leben fühlt sich schwer an. Mir fehlt meine Lebensfreude, meine Freude an Gott. Und der Winter ist so kalt und dunkel, dass meine Seele verzagen will. Doch ich muss mich immer wieder erinnern. Gott hat alles unter Kontrolle. Durch meinen Schöpfer bekomme ich die Ausdauer um solche Jahreszeiten durchzustehen. Im Winde höre ich ihn immer wieder flüstern: Hab geduld, der Frühling kommt wieder.

Und deshalb gebe ich nicht auf, weil so wie die Jahreszeiten sich auch das Leben ändert.

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